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Mittelmeer
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Thema: Mittelmeerregionen

Ostern in Madrid - Sehenswürdigkeiten

Prozessionen mit Wägen, Blumen, Kreuzen und Musik

Plaza MayorFoto: WP-User: Gryffindor - Lizenz: Public Domain Ostern in Madrid. Man kann nicht nur die schöne Stadt und deren Sehenswürdigkeiten genießen, sondern auch einigen der zahlreichen Osterprozessionen beiwohnen. Diese Prozessionen sind typisch für Spanien und wirklich etwas Besonderes. Eine Reise nach Madrid kann man auf alle Fälle empfehlen – ob Ostern oder nicht.

Einer der bekanntesten Plätze Madrids ist der Plaza Mayor. Mit seinen Laubengängen zählt er zu den schönsten Plätzen Spaniens. Im 17. Jahrhundert wurden die Häuser, die den rechteckigen Platz eingrenzen, erbaut. Am Ende des 18. Jahrhunderts wurde der ganze Platz renoviert. Im ältesten Gebäude das hier liegt, der alten Panadería (Bäckerei), befindet sich heute die Touristeninformation. Das Reiterdenkmal auf diesem Platz zeigt Philipp III. und stammt aus dem Jahr 1616.

Wenn man sich nun in der Karwoche (Semana Santa) an den Abenden in der Näheren Umgebung des Plaza Mayors aufhält, ist es fast unmöglich keine der zahlreichen Osterprozessionen, die hier abgehalten werden, zu sehen. Hierbei zieht ein Zug von Menschen in Büßergewändern durch die Straßen. Oft tragen diese Kerzen und Kreuze. Auch Musikkapellen begleiten diese Prozessionen. Das Highlight eines solchen Umzuges ist aber der Festwagen. Diesen gibt es zwar nicht bei jeder Prozession, da manche Umzüge nur sehr klein sind, aber wenn einer zum Einsatz kommt, wird er von den Menschen, die am Straßenrand stehen um die Prozession zu beobachten, bejubelt. Ein solcher Festwagen ist mit Blumen geschmückt und auf ihm befindet sich eine Figur (meist lebensgroß) von Jesus Christus oder Maria. Entweder wird der Wagen von einigen Leuten gezogen oder aber sogar wie eine Sänfte getragen – was eine sehr schwierige Aufgabe sein muss, denn in einem Umzug, den ich gesehen habe, trugen über vierzig Männer einen einzigen solchen geschmückten Festwagen.

Diese Prozessionen sieht man während der Semana Santa natürlich in ganz Spanien und sind auf alle Fälle sehenswert – auch wenn ich zugeben muss, dass ich die Büßergewänder am Anfang doch sehr unheimlich fand.

Puerta del Sol Foto: Tomás Fano (modified by Urlaubermagazin) - Lizenz: CC BY-SA 2.0

Aber nun genug von meinen Ostererlebnissen und weiter im Streifzug durch Madrid. Der Mittelpunkt dieser Stadt und wohl auch des ganzen Landes ist die Puerta del Sol. Auf diesem Platz befindet sich der Kilometer Null. Eine in den Boden eingelassene Metallplankette zeigt diesen Nullpunkt an. Von hier aus werden die Entfernungen aller spanischen Straßen gemessen.

Auf diesem Platz finden wir aber auch eine Reiterstatue Karls III.
Vor allem nachts fällt die große Leuchtreklame von Tío Pepe auf, die sich an der Seite, an der die Calle Alcalá in die Puerta del Sol mündet, befindet. Angeblich gehört diese Reklame zu den beliebtesten Fotomotiven in ganz Madrid. Auch an dieser Seite des Platzes befindet sich eine Figur des Madrider Wappens aus Bronze. Es zeigt eine Bärin, die sich an einem Erdbeerbaum aufrichtet (in natura konnte ich jedoch keine Erdbeerbäume entdecken).

Calle de AlcaláFoto: Antonio García (modified by Urlaubermagazin) - Lizenz: CC BY 2.0

Nun gehen wir gleich weiter direkt in die Calle de Alcalá. Diese und die Gran Vía sind die beiden Prachtstraßen Madrids. In der Calle de Alcalá befinden sich zum Beispiel mehrere prächtige Bankgebäude und besonders schön ist auch das Edificio Metrópolis. Auffällig sind hierbei die großen Figuren, die auf den eindrucksvoll gebauten Häusern platziert sind.

Wenn man weiter die Calle de Alcalá entlang schlendert kommt man am Plaza de la Cibeles mit seinem Kybele-Brunnen vorbei, bis die Straße letztendlich in den Plaza de la Independencia (Unabhängigkeitsplatz) mündet. Hier befindet sich der 1779 zum zwanzigjährigem Regierungsjubiläum Karls III errichtete Triumphbogen, der wirklich sehr monumental und beeindruckend ist.

Außerdem liegt hier auch die Puerta de Alcalá. Durch diese gelangt man in den Parque del Buen Retiro

Kunst und Erholung in Madrid

Parque del Retiro Foto: Georg Himmrich - Lizenz: GFDL Wir beginnen unseren heutigen Tag in Madrid mit einem Spaziergang durch den Parque del Buen Retiro. Weiter wird uns unser Weg den Paseo del Prado entlangführen, wo wir so einiges entdecken werden, bis unser Spaziergang bei der Bahnstation Atocha und dem Museo Nacional Centre de Arte Reina Sofia endet.

Wir betreten nun also den Parque del Buen Retiro durch die Puerta del Alcalá. Hier gelangt man nach kürzester Zeit zur Hauptattraktion des Parks – dem See. Auf diesem kann man auch mit Booten herumfahren. Der Blickfang ist aber nicht das Gewässer selbst (das nebenbei gesagt nicht sehr sauber ist), sondern das Monument für Alfons XII, das an dessen Ufer errichtet wurde. Wenn wir weiter durch den Park schlendern entdecken wir noch so allerlei sehenswerte Dinge, wie verschiedenste Brunnen, prachtvoll angelegte Blumenbeete und kunstvoll geschnittene Bäume – kein Wunder, wurde dieser Park doch einst als Rückzuggebiet des Königs errichtet.

Wenn wir dann den Park wieder verlassen, zum Paseo del Prado gehen und diesen entlang spazieren, kommen wir früher oder später an den Plaza Cánovas del Castillo, wo sich der beeindruckende Neptunbrunnen befindet.

Museo PradoFoto: Osvaldo Gago (modified by Urlaubermagazin) - Lizenz: CC BY-SA 2.0

Weiter geht’s den Paseo del Prado entlang in Richtung der Bahnstation Atocha. Bevor wir jedoch dort ankommen besuchen wir noch das Museo Nacional del Prado. Was der Louvre für Paris, das ist der Prado für Madrid. Dementsprechend findet man hier Gemälde der berühmtesten Maler aus den verschiedenen Epochen. Ein Tipp am Rande: Generell haben viele Museen in Madrid montags geschlossen. Manche kann man aber zu gewissen Zeiten gratis besuchen (wer also an einem preiswerten Madridurlaub interessiert ist: vorher informieren und die Museumsbesuche planen). So ist ein Besuch im Prado zum Beispiel jeden Sonntag zwischen 17:00 und 20:00 Uhr kostenlos.

Wieder aus dem Prado heraußen sollte man auch noch einen kleinen Spaziergang durch den wirklich schön angelegten Botanischen Garten (Jardín Botanico) machen. Je nach Jahreszeit sind hier verschiedene Pflanzen zu sehen. So konnte ich zum Beispiel ein Meer von verschiedenfarbigen Tulpen genießen, da ich ja Madrid im April besucht habe.

Auch für Menschen die keine Blumenfans sind, lohnt es sich den Paseo del Prado zu überqueren und einen Blick auf die hängenden Gärten des Caixa Forums zu werfen. Diese Pflanzen wachsen nämlich, ganz anders als im ebenerdig angelegten Botanischen Garten, an der Hauswand dieses Gebäudes.

Weniger bis keine Pflanzen vermutet man wahrscheinlich im Bahnhof Atocha. Wer so denkt unterliegt jedoch einem Irrtum, denn die Wartehalle wurde zum Wintergarten umfunktioniert. Hier gibt es aber nicht nur Pflanzen. Man kann nämlich auch eine Unmenge von Wasserschildkröten beobachten. Und wenn man zwischen Palmen und Wasserschildkröten zum Beispiel einen Kaffee trinkt, vergeht die Zeit bis zur Ankunft eines Zuges bestimmt viel schneller.

Doch für uns ist der Bahnhof Atocha noch nicht unsere Endstation. Denn wir machen noch einen Abstecher in das nahe gelegene Museo Nacional de Arte Reina Sofia. Dieses Museum stellt moderne Kunst von vor allem spanischen Künstlern aus. So kann man hier auch eines der berühmtesten (wenn nicht das berühmteste) Bilder Picassos betrachten: Guernica. Aber nicht nur die Ausstellungsstücke sind interessant, sonder auch das Gebäude selbst, denn an einen alten Trakt ist eine seltsame moderne Konstruktion angebaut. Besonders schön ist aber der Garten dieses Museums. Wenn man also von dem Betrachten der Bilder müde geworden ist, sollte man unbedingt hier eine Pause einlegen.

An dieser Stelle beenden wir unseren heutigen Spaziergang. Doch einmal werde ich Euch noch mitnehmen nach Madrid, denn einige Sehenswürdigkeiten der Stadt haben wir bis jetzt noch nicht gesehen.

Königspalast und Kathedrale: Madrid Royal

Palacio RealFoto: Luis García - Lizenz: GFDL Wir betreten den ehemaligen Königspalast, den Palacio Real, und besichtigen die gegenüberliegende Kathedrale. Ein kleiner Spaziergang wird uns dann über den Plaza de Oriente führen und dann geht’s weiter zum Plaza de España.

Doch wir beginnen nun mit dem Palacio Real. Heute wohnt der König Spaniens nicht mehr in diesem Palast, jedoch kann man hier viel über die Geschichte Spaniens erfahren. Philipp V. ließ das Schloss im 18. Jahrhundert erbauen. Karl III. war der erste Bourbone, der hier einzog. Die Königsfamilie wohnte bis ins Jahr 1931, als die Zweite Republik in Spanien ausgerufen wurde, in diesem prächtigen Gebäude.

Im Hauptteil des Schlosses findet man viele Räume die noch so eingerichtet sind wie zu der Zeit als die spanischen Könige hier residierten. Durch eine Führung mittels Person oder Audioguide erfährt man mehr über die einzelnen Räume. Bemerkenswert ist die Real Farmacia, die königliche Apotheke. Hier werden allerlei Hilfsmittel des Apothekers aus früherer Zeit ausgestellt. Bei dieser etwas gruseligen Apothekenausstattung sieht man wirklich, dass es in früher Zeit wesentlich besser war gesund zu bleiben.

Wenn wir nun den großen Platz des Schlosses überqueren und in den gegenübergelegenen Flügel schreiten finden wir dort die Real Armería, die königliche Waffensammlung, wo man sich allerlei Rüstungen, Waffen, Schilde und auch Mitbringsel aus in fernen Ländern gefochtenen Kriegen bestaunen kann.

Catedral de la AlmudenaFoto - WP-User: Barcex (modified by Urlaubermagazin)- Lizenz: CC BY-SA 2.5

Nur wenige Meter vom Palacio Real entfernt liegt die Kathedrale Madrids. Sie ist relativ jung, denn sie wurde erst 1993, jedoch nach hundertjähriger Bauzeit, von Papst Johannes Paul II. eingeweiht. Auch im Inneren fällt diese Jugend auf, denn sie ist durch ihre Helligkeit und die bunte Decke doch anders gestaltet als ältere Kathedralen. Hier kann man aber nicht nur die Kathedrale an sich, sondern auch die Krypta besuchen, hier muss man jedoch einen eigenen Eingang benutzen. Auf alle Fälle zu empfehlen ist die Turmbesteigung. Hier kommt man zuerst auf den Balkon der Kathedrale, von dem aus man direkt auf den Palacio Real sieht. Dann geht es weiter ins kirchliche Museum. Und letztendlich noch weiter hinauf, zur Kuppel der Kathedrale. Von hier aus hat man nun wirklich einen grandiosen Ausblick über Madrid – kann ich nur empfehlen!

Wieder am Boden angelangt gehen wir nun entlang des Palacio Real in Richtung Plaza de España. Zuvor kommen wir aber noch bei einem anderem sehr schön angelegten Platz, dem Plaza de Oriente, vorbei. Die Grünanlage mit den bunten Blumenbeeten und den Statuen entlang der Wege schafft eine angenehme Atmosphäre. Außerdem liegt genau hinter diesem Platz die Madrider Oper und das Teatro Real.

Nun schlendern wir weiter und gelangen nach kurzer Zeit zum Plaza de España. In der Mitte dieses Platzes befindet sich eine große Statue mit Brunnen. Das ist das Cervantes-Denkmal. Wenn man von der richtigen Seite darauf schaut, kann man auch Don Quijote auf seinem Pferd Rosinante und seinem Gefährten Sancho Pansa entdecken. Auffallend sind auch die beiden ersten Hochhäuser Madrids. Das rot-weiße, aus Ziegel und Kalkstein bestehende, Edificio de España, welches ein Vorzeigegebäude aus der Franco-Zeit ist und zwischen 1947 und 1953 erbaut wurde, ist 107 Meter hoch. Der Torre de Madrid wurde zwischen 1954 und 1957 errichtet und hat sogar eine Höhe von 124 Metern.

Nach diesem letzten Spaziergang durch Madrid mit viel Sehenswerten verlassen wir die Stadt. Doch wir bleiben noch in der Nähe, denn auch rund um Madrid gibt es viele große Bauwerke, Denkmäler und andere schöne Städte.

Ein Artikel von Manuela Bernauer


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