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Thema: Fernreisen

Ramallah, die "Politische"

Kulturelles, politisches und wirtschaftliches Zentrum Palästinas: Von Arafat, Caffés und Graffitis.

Ramallah
© Eva Pilipp - CC BY-ND 3.0
Ramallah wird wegen seines angenehmen Klimas und der günstigen Höhenlage im Westjordanland als Braut Palästinas bezeichnet. 16 km von Jerusalem entfernt, liegt das Herz der palästinensischen Verwaltung, inoffizielle Haupstadt des Staates. Der in Frankreich verstorbene PLO (Palestinian Liberation Organisation) Gründer und Vorsitzende Yassir Arafat lebt in den Straßen Ramallahs bis heute. Vom Stadtzentrum, dem pulsierenden Manara Square (Leuchtturmplatz) bis zu seinem bewegenden Grabdenkmal, lässt sich auf Arafats Spuren wandeln. Fotos, Poster und politische Graffitis säumen den Weg zwischen Menschen, Olivenbäumen und kleinen Geschäften. 1996 zum Presidenten Palästinas gewählt, blieb Arafat bis zu seinem Tod führende Hoffnungsfigur eines freien und befriedeten Palästinas.

Baal-Temple in Ramallah
© Eva Pilipp - CC BY-ND 3.0
Kulturelle Aktivitäten, Caffé- und Barleben, Geschäfte, Einkaufscenter und traditionell palästinensische Restaurants: Ramallah zählt zu den modernsten Städten Palästinas. Zahlreiche westliche Vertretungen, Nicht-Regierungsorganisationen und andere Gruppierungen kreieren eine bunte, internationale Atmosphäre. Ausländische Diplomaten, Sprachstudenten und Mitarbeiter verschiedener Organisationen tragen zum kulturellen Austausch bei, färben und formen Theater, Kino und andere Kulturzentren. Der nach dem Dichter Mahmoud Derwisch benannte Kulturpalast in Ramallah gilt als Höhepunkt jeder Stadtbesichtigung. Gesponsert von UNDP und der japanischen Regierung, wurde er nach dem Tod des weltberühmten Dichters Derwisch im Sommer 2008 nach ihm benannt. Wer sich durch Buchhandlungen im Nahen Osten wühlt, wird immer auf seine Bücher und Gedichtbände stoßen, die  melancholische Leidenschaft für Palästina und die Faszination des Landes reflektieren.

Graffiti in Ramallah
© Eva Pilipp - CC BY-ND 3.0
Zurück in den Straßen Ramallahs. Auffallend die vielen Menschen, hilfsbereite Gesten, günstige Süßigkeiten (palästinensische Kunafah) und hunderte Graffitis. Politisch, ironisch und kritisch hat sich Ramallahs rege Graffiti Szene auch international einen Namen gemacht. Die vom palästinensischen Künstler Nagi Ali kreierte Komikfigur Handala glänzt auf Wänden, als Souvenir und in T-shirt Form. Berühmt wurde die Figur vor allem durch ihre Kritik an den arabischen Staaten selbst und deren Haltung zu Palästina; Karikaturist Nagi Ali wurde im Jahr 1987 in London auf dem Weg zur Arbeit erschossen.

Ramallah fasziniert nicht nur durch seine politische Bedeutung, die Präsenz und das geschmackvolle Grabmal Yassir Arafats. Die blühende Kultur, die günstigen Straßen- und Fruchtsuqs, das geschmackvolle traditionelle Essen, die inspirierenden Straßencaffes und die Studenteszene vermischen sich zu wiedersprüchlichen Strömungen und einem in Worten nicht fassbaren Flair. Wer Palästina verstehen möchte, muss nach Ramallah: Zu einem Stück Arafat Melancholie und einem Stück Kunafah, zu einem Spaziergang durch die belebten Straßen, zu den Olivenbäumen und dem Mahmoud Derwisch Palast.  

von Mag. Eva Pilipp


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