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Thema: Fernreisen

Die Menschen in Indien

Jeder sechste Mensch auf der Erde ist ein Inder. Damit ist Indien das Land mit der zweitgrößten Bevölkerungszahl der Erde. Aktuell etwa 1,21 Milliarden Menschen leben in dem südasiatischen Land. In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl der Menschen in Indien um 17,6 Prozent, also um 181 Millionen Inder, angestiegen. Das momentane Wachstum liegt bei 15 Millionen Menschen pro Jahr, das entspricht 1,4 Prozent. Kein Land weltweit wächst mit einer so großen Geschwindigkeit.

Inderin © Eduardo Bombareli - Fotolia.com

Die Zahl der Bevölkerung wird das nur noch von der Volksrepublik China übertroffen, die mit ungefähr 1,34 Milliarden Menschen der Staat mit der größten Einwohnerzahl weltweit ist. Doch schon in weniger als zehn Jahren, nämlich 2020, werden in Indien vermutlich mehr Menschen leben als in China und dann wird die größte Demokratie auch das bevölkerungsreichste Land unseres Planeten sein.

Indien ist sehr dicht besiedelt. Während in der Europäischen Union durchschnittlich 116 Menschen pro Quadratkilometer leben, sind es in Indien ganze 382 Menschen. Das rasante Wachstum zeigt sich, wenn man ins Auge fasst, dass Anfang des 19. Jahrhunderts nur circa 77 Menschen auf einen indischen Quadratkilometer kamen.

Bevölkerungsgruppen

In dem Vielvölkerstaat Indien leben Menschen verschiedenster ethnischer Herkunft. Ungefähr 70 Prozent der Menschen sind Indoarier, 26 Prozent sind mehrheitlich im Süden lebende Draviden und die übrigen Menschen gehören verschiedenen ethnischen Gruppierungen an. Insbesondere tibeto-birmanische, Munda- und Mon-Khmer-Völker, die im Himalaya-Gebiet und im Norden und Osten Indiens leben, zählen zu diesen Völkergruppen.
Den indigenen Völkern Indiens gehören etwa 8,2 Prozent der Bevölkerung an. Sie benennen sich selbst als Adivasi. Über 600 Stämme sind in der indischen Verfassung verankert.

Man vermutet, dass an die 20 Millionen Menschen illegal in Indien leben, die aus Bangladesch  eingewandert sind. Rund 100.000 Exiltibeter, die in Indien von der Regierung  als Flüchtlinge anerkannt sind, und circa 60.000 Flüchtlinge tamilischer Abstammung aus Sri Lanka gehören zu weiteren Bevölkerungsgruppen Indiens.

Soziale Probleme

Das rasante Wachstum seiner Bevölkerung ist nicht das einzige Problem des südasiatischen Staates. Große Armut, Analphabetismus und die Situation der indischen Frauen gehören zu den gravierendsten Herausforderungen.

Mehr als jeder vierte Einwohner Indiens lebt unter der Armutsgrenze. Viele der Armen leben in den so genannten Slums, den Armenvierteln in den großen Städten. Über drei Dutzend Städte in Indien werden von mehr als eine Million Menschen bewohnt. In der Metropole Delhi beispielsweise,  zu der auch die Hauptstadt Neu-Delhi gehört, leben über 16 Millionen Menschen. Die Anzahl der in Städten lebenden Menschen ist in Indien größer als in den USA oder in China. 

Dabei ist Indien nach wie vor ein von Dörfern geprägtes Land. 72,2 Prozent der Bevölkerung lebt auf dem Land. Das Durchschnittsalter der Inder liegt bei 24 Jahren, etwa jeder Dritte ist unter 15 Jahre alt. Die meisten Inder erwirtschaften sich ihren Lebensunterhalt durch den Anbau von Reis, die Zucht von Tieren und Feldarbeit.

Sehr hoch ist in Indien die Zahl der Analphabeten. Die Regierung schätzt, dass 35 Prozent der Inder nicht Lesen und Schreiben können. Betrachtet man nur die Frauen, sind es sogar 80 Prozent.  Betrachtet man die Rate unter den Frauen, so kann sogar nur etwa jede zweite Frau Lesen und Schreiben. Doch das Fördern der Bildung unter indischen Frauen würde auch dem starken Bevölkerungswachstum Indiens entgegenwirken.

Auf die 624 Millionen Männer kommen in Indien nur 586 Millionen Frauen. Weibliche Föten abzutreiben, ist in Indien sehr verbreitet. Deshalb ist die Regierung bereits eingeschritten und hat es verboten, während einer Schwangerschaft die Eltern über das Geschlecht ihres ungeborenen Kindes zu informieren. Die Tötung weiblicher Nachfahren hat in einem Großteil Indiens zu einem Defizit an weiblicher Bevölkerung geführt.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts forciert die Regierung das Einsetzen von Verhütungsmitteln, welche seither vor allem in städtischem Gebiet vermehrt genutzt werden. Doch noch immer  werden häufig Kinder gezeugt bis zwei männliche Nachfahren zur Welt gekommen sind. Außerdem gelten Kinder in Indien als gute Altersvorsorge. Die Geburtenrate ist in den letzten Jahrzehnten jedoch schon stark gesunken.

Sprachen

So vielfältig wie die Bevölkerungsgruppen sind in Indien auch die Sprachen. Hunderte von Sprachen und Dialekten werden in Indien gesprochen. Die Amtssprachen Indiens sind Hindi und Englisch, darüber hinaus sind noch 21 andere Sprachen in der Verfassung verankert. Allen voran wird jedoch Hindi gesprochen; ungefähr 40 Prozent der Bevölkerung sprechen Hindi. Zwischen 7und 8 Prozent sprechen die Sprachen Telugu, Bengali, Marathi und Tamil. 4 bis 5,5 Prozent sprechen Urdu, Gujarati, Kannada und Malayam. Oriya und Punjabi werden von 3 bis 3,5 Prozent der Inder gesprochen. Neben diesen gibt es in Indien noch Unmengen von weiteren Sprachen.

Religionen

Religion hat in Indien einen hohen Stellenwert. Dem Hinduismus fühlt sich ein Großteil der Inder zugehörig, nämlich ganze 82,4 Prozent.  Danach folgen der Islam mit 11,7 Prozent und das Christentum mit 2,3 Prozent. Nur etwas weniger Menschen, nämlich 2,0 Prozent, bekennen sich zum Sikhismus und 0,8 Prozent zur Religion des Buddhismus. Dem Jainismus gehören 0,4 Prozent der indischen Bevölkerung an. Ungefähr 120.00 Parsen und 30.000 Juden leben außerdem in Indien.

Das Kastensystem der Hindus beeinflusst die indische Gesellschaft bis heute. Von Geburt an gehört man einer der heutzutage ungefähr 3000 Kasten an, was sich auf alle Lebensbereiche eines Individuums auswirkt. Ursprünglich gab es nur vier hierarchisch geordnete Kasten.

Schlangenbeschwörer in Indien © ralf werner froelich - Fotolia.com

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