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Thema: Fernreisen

UXO, das hochexplosive Erbe des Vietnamkriegs

Hinter der Abkürzung UXO verbirgt sich der Begriff „Unexploded Ordnance“, der übersetzt so viel wie „nicht explodierte Munition“ bedeutet. Für die Bevölkerung von Laos bedeutet UXO nicht weniger als eine permanente Lebensgefahr, denn noch heute fallen diesen amerikanischen Relikten aus dem Vietnamkrieg Jahr für Jahr Menschen zum Opfer.

Clusterbombe

Viele Jahrzente nach Kriegsende permanente Bedrohung durch Blindgänger

Im Vietnamkrieg wurde ab Mitte der 1960er Jahren bis 1973 von den Amerikanern nicht nur gegen das namensgebende Vietnam geführt. Auch der im Westen angrenzende Nachbarstaat Laos wurde von den Kriegshandlungen in verschiedener Hinsicht ganz besonders stark getroffen. Diese Aussage muss vor allem dann wortwörtlich genommen werden, wenn von den damals erfolgten Bombardements durch die US-amerikanischen Streitkräfte die Rede ist. Einer der Gründe dafür war der Umstand, dass der Ho-Chi-Minh-Pfad großteils durch Laos führte.

Im Zuge des Vietnamkrieges wurden über Laos mit mehr als zwei Millionen Tonnen Bomben - oder mit anderen Worten 2,5 Tonnen pro Bewohner - abgeworfen. Seriöse Experten lassen in dieser Hinsicht mit der Annahme aufhorchen, dass in den neun Jahren von 1964 bis 1973 Laos von mehr Bomben getroffen wurden, als im Zweiten Weltkrieg überhaupt zum Einsatz gekommen sind. Für die heutige Lebensqualität der laotischen Bevölkerung spielen aber weder Quantität noch die Statistik eine Rolle.

Fakt ist, dass es im ganzen Land nach wie vor zu Zwischenfällen mit UXO kommt. Bei diesen damals nicht explodierten Sprengsätzen, die von den Amerikanern über dem südostasiatischen Binnenland abgeworfen wurde, handelt es sich um eine permanente Gefahr, die ein tödliches Risiko in sich birgt. Derzeit werden pro Jahr im Schnitt dreihundert derartige Explosionen gezählt, die zumindest für schwerwiegende Verletzungen verantwortlich zeichnen. Betroffen ist vor allem der Regenwald im Norden des Landes.

Düstere Aussichten auf eine UXO-freie Zukunft

Bei den Blindgängern handelt es sich unter anderem auch um Streubomben, die aufgrund ihrer verheerenden Wirkweise als besonders heimtückisch und gefährlich anzusehen sind. Verschärft wird die Situation dadurch, dass diese Bomben auf den ersten Blick Obst zum Verwechseln ähnlich sehen. Aus diesem Grund nähern sich überdurchschnittlich viele Kinder diesem hochgefährlichen Erbe aus dem Vietnamkrieg, was regelmäßig schlimme Zwischenfälle zur Folge hat.

Inzwischen befindet sich die Entschärfung der UXO zwar bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, dieses ist allerdings - gemessen an dem Zeitraum, der seit Kriegsende vergangen ist - höchstens als relativ zu bezeichnen. Als UXO-frei gelten die größeren Städte sowie die touristischen Attraktionen. Die weniger zugänglichen kleinen Dörfer gelten noch zu rund dreißig Prozent als mit UXO kontaminiert. Das in internationaler Kooperation durchgeführte Projekt UXO LAO widmet sich der Aufklärung und systematischen Entschärfung. Die USA nehmen daran nicht teil. Heute handelt es sich bei diesem Programm um einen der wichtigsten Arbeitgeber des Landes.

Die Prognosen geben wenig Anlass zu Zuversicht: Werden die Räumungen auch künftig mit der derzeitigen Geschwindigkeit durchgeführt, dann kann Laos erst in rund eintausend Jahren als absolut UXO-frei gelten. Bis heute wurden der Zivilbevölkerung jegliche Reparations- oder Entschädigungszahlungen verwehrt. Laos gilt heute als das Land, das weltweit die höchste UXO-Rate aufzuweisen hat.

Ein Fahrzeug der Organisation UXO LAO


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